Der Abbau der Ortsgründerdenkmäler 2015

Letzte Aktualisierung:03.06.2016 12:14 


 

 

 

 

 

"Der Zahn der Zeit"

Über ein Jahrzehnt haben die Beiden den Wiedenbrügger Festplatz bewacht. Weit über die eigene Ortsgrenze hinaus wurden die Statuen unserer Ortsgründer - Roderyk van Wiedenbryk und Ortrud van Smoalenbrook - bekannt und mit unserem Dorf in Verbindung gebracht.

Aber, wie es der Erschaffer der beiden Figuren - Eckhard Titze - schon bei deren Aufstellung 2003 und 2005 prognostizierte, so kam es. Mit den Jahren verwitterten die aus Weichholz geschnitzten Skulpturen zusehends. Pilzbefall und damit einhergehende Fäulnis setzten den beiden mächtig zu. Und zwar so zu, dass die Standfestigkeit der schweren Holzkörper nicht mehr gegeben war.

Schweren Herzens wurde daher beschlossen, die Figuren im Rahmen einer öffentlichen Trauerfeier abzubauen. Diese fand am Sonnabend, dem 22. August 2015, auf dem Festplatz am Futtersilo statt.

 

Das Drumherum

Das klimatische Drumherum konnte nicht besser sein. Für Beerdigungen eigentlich völlig untypisch herrschte allerfeinstes Sommerwetter. Die Ankündigung der Veranstaltung in den Schaumburger Nachrichten kann man

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George Kochbeck hatte sich bereit erklärt, für die musikalische Umrahmung der Trauerfeierlichkeiten zu sorgen und machte sich am späten Nachmittag an den Aufbau seiner Orgelgalerie.

Der Grillabend der Aktiven unserer Feuerwehr war ebenfalls auf den Festplatz verlegt worden, und so kümmerten sich hauptsächlich die Feuerwehrkameraden um den Ausschank der Getränke. Eckhard Titze übernahm das Grillen.

 

Der traurige Anlass

Bei der geselligen und fröhlichen Stimmung, die sich ab 18 Uhr mit dem Eintreffen der Besucher auf dem Festplatz einstellte, kam dem Vorsitzenden des Fördervereins, Wilfried Hentschke, die undankbare Aufgabe zu, die Anwesenden an den eigentlichen Zweck der Zusammenkunft zu erinnern.

In einem Rückblick erinnerte er an die Ereignisse rund um die Fiesta mexicana im Herbst 2003. Danach wurde beschlossen, dass die zunächst als Leihgabe aufgestellte Holzfigur den Festplatz nicht wieder verlässt. Mit der von Eckhard Titze geschnitzten Statue wurde dem Ortsgründer Roderik van Wiedenbryk ein Denkmal gesetzt. 2005 gesellte sich dann sein Weib Ortud van Smoalenbrook dazu. Nun sei es an der Zeit, Abschied von beiden zu nehmen.

Wenngleich noch nicht 100prozentig entschieden sei, in welcher Art und Weise die noch abzubauenden Figuren durch neue ersetzt würden, so werde doch jede Spende der Gäste gern angenommen, um den Austausch zu finanzieren.

Vier Personen, die 2003 an der Errichtung des Großen Roderikdenkmales aktiv beteiligt waren, nutzten diese letzte Chance für ein gemeinsames Foto vor den Figuren.

Danach ging es an die Demontage. Wie fast immer bei solchen Aktionen im Dorf übernahm Carsten Salge dabei den Maschinenpart.

 

Der Orgel-Schorsch

In der Ankündigung der Veranstaltung hieß es, ab 22 Uhr werde der Wiedenbrügger Musiker George Kochbeck aus diesem traurigen Anlass ein Orgelkonzert geben. Basierend auf seiner 2010 auf dem Festplatz uraufgeführten Roderik-Toccata. Es kam dann am Abend etwas anders.

Zusammen mit Mark Dub und DJ Klangstrahler sorgte ein Trio für sphärische Klänge auf dem Festplatz. Eine Weltpremiere in dieser Zusammensetzung, teilte George hinterher mit nach der sich manche Berliner Clubs die Finger geleckt hätten! Dies hätten zumindest einige Kenner der Szene ihm berichtet.

Die Licht- und Nebelmaschine bediente Techniker Zacko.

 

Das "Fellversaufen"

Dass das letzte hier veröffentlichte Foto um 00:42 Uhr geschossen wurde, heißt nicht, dass die Veranstaltung danach beendet war.

Wie es im Dorf bei der Beerdigung guter Kameraden und Kameradinnen üblich ist, hielt das anschließende Fellversaufen bis in die frühen Morgenstunden und bei einigen Wenigen sogar noch am folgenden Tage an.

Jan Wiborg hat in den Schaumburger Nachrichten ausführlich über die Veranstaltung berichtet. Seinen Artikel vom 24. August 2015 kann man

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