Alte Dorfschule - 100jähriges Jubiläum

Letzte Aktualisierung:03.06.2016 11:36


Mit Schließung der Vorschule in Sachsenhagen kam die Gemeinde Wölpinghausen in die Bredouille, den Kindergarten erweitern zu müssen. Aus dieser Not heraus wurde aber schließlich die Rettung des Schulgebäudes geboren.

Ab 14.11.2003 konnte der mit vielen Kosten und Mühen vorgenommene Umbau wieder sinnvoll genutzt werden. Der zweizügige Kindergarten "Zauberland" wurde mit der symbolischen Schlüsselübergabe durch den damaligen Gemeindedirektor Egbert Lichtinger, der natürlich beim Jubiläum persönlich vorbei schaute, feierlich in Betrieb genommen.

Die bauliche Entwicklung und Nutzung des Schulgebäudes kann man auch in der nachfolgenden Chronik noch einmal nachlesen.

... die Chronik der Schule

Nicht nur melancholische Gefühle löste die Ausstellung mit den vielen alten Fotos aus. Es gab auch eine Menge Fröhlichkeit: "Leider haben wir verpennt, eine "anständige" Silberhochzeit zufeiern", scherzte Jürgen Hentschke vor der Tafel mit den Bildern von der "Finnischen Vogelhochzeit" im Jahre 1967.

Der damalige "Standesbeamte", Claus-Eckart Neugebauer, schlug amüsiert vor, dann wenigstens den 40sten Hochzeitstag gebührlich zu feiern. Mal sehen, was draus wird?

Und noch eine Aktion sorgte für viel Spaß: Fünf der alten Fotos hatten wir elektronisch bereichert. Will heißen, es waren dort nachträglich Dinge hineinretuschiert worden, die es damals noch nicht gab. Wer alle "Suchbilder" fand, der bekam eine Flasche Sekt.

Wiedenbrügge wäre nicht Wiedenbrügge, wenn das Jubiläum nicht auch gefeiert worden wäre. Der Kindergarten und die Gymnastikgruppe übernahmen Kaffee und Kuchen, der Förderverein kümmerte sich um Bratwurst und Bier vom Fass. Darben musste jedenfalls keiner.

Als Pastor Reinhard Zoske schließlich auch noch 150 Euro für den Kindergarten spendete, war das ein perfekter Abschluss eines rundum schönen Jubiläums. 

Die Fotoausstellung

Als wir mit den Planungen für die Fotoausstellung begannen und einen Aufruf starteten, uns alte Bilder und Dokumente zur Verfügung zu stellen, haben wir auch nicht annähernd mit einer solchen Resonanz gerechnet. Mehr als 150 Exponate kamen schließlich zusammen. Wir bedanken uns an dieser Stelle auf das Allerherzlichste bei Allen, die dazu beigetragen haben, eine so umfangreiche und interessante Ausstellung zusammen stellen zu können.

Alle Gruppen- und Klassenfotos hatten wir mit Namenslisten versehen, in die wir die bereits "identifizierten Personen" eingetragen hatten. Bei einigen Fotos war die Recherche alles andere als leicht. Man muss dabei bedenken, dass wir mit dem Jahrgang 1906 beginnen konnten! Viele Namen wurden dann noch während der Ausstellung nachgetragen.

Begrüßung und Rückblicke

"Einweihung der Schule zu Wiedenbrügge und Einführung des Lehrers F. Jahns am 17. Oktober 1905" stand vor 100 Jahren auf der Einladung, als das Wiedenbrügger Schulgebäude feierlich in Betrieb genommen wurde.

Fast auf den Tag genau 100 Jahre später, am 22-10-2005, war es an der Zeit, Rückblick zu halten, auf die wechselvolle Geschichte dieses altehrwürdigen Gebäudes aus der Kaiserzeit.

... zur "alten" Einladung

Wie damals begannen die Feierlichkeiten um 3 Uhr Nachmittags. Und viele, viele Besucher folgten unserer Einladung. Nicht nur aus unseren Dörfern, sondern auch aus Fern und Nah. Die Resonanz war einfach überwältigend!

Besonders freuten wir uns, dass unser "letzter Dorfschulmeister" Claus-Eckart Neugebauer und Ehefrau Renate den Weg nach Wiedenbrügge fanden. Auch die erste Leiterin des 1972 eingerichteten Kinderspielkreises, Hilde Krug, konnten wir unter den Gästen begrüßen.

 

 

 

 

 

Wilfried Nölke, letzter Bürgermeister der Gemeinde Wiedenbrügge-Schmalenbruch und Sohn des Lehrers Friedrich Nölke, der bis 1960 in der Schule unterrichtete, ging in seinem detaillierten Rückblick auf den Bau des Schulgebäudes und den Schulbetrieb in den ersten 50 Jahren ein. Wie gewohnt spickte er seine Retrospektive mit allerlei Anekdoten aus der "guten, alten Zeit". Sein Manuskript haben wir nachstehend veröffentlicht.

... das Script von Wilfried Nölke

Danach vervollständigte Bürgermeister Jochen Schwidlinski den Rückblick auf die wechselvolle Nutzung des Gebäudes. 1969 wurde der Schulbetrieb in Wiedenbrügge gänzlich eingestellt. Lehrer Claus-Eckart Neugebauer hatte die undankbare Aufgabe, abzuschließen und die Schulunterlagen ins Rathaus nach Sachsenhagen zu bringen.

... die Chronik der Lehrer

Nach Einstellung des Schulbetriebes wurden die Klassenräume "in Eigenleistung" und mit Spendengeldern so umgebaut, dass sie ab 1972 für die Unterbringung eines Kinderspielkreises genutzt werden konnten. Auch Kinder aus der Gemeinde Auhagen und der Stadt Sachsenhagen wurden in Wiedenbrügge bis 1984 betreut. 1977 baute die IGJ (Interessengemeinschaft Jugendzentrum) den Dachboden zum Jugendzentrum aus - ebenfalls in Eigenleistung und ohne kommunale Zuschüsse.

Nachdem die Kinderspielkreise 1984 aufgelöst wurden, wurden die Klassenräume nicht mehr kontinuierlich genutzt. Nur der neu gegründete Gymnastikverein Wiedenbrügge-Schmalenbruch sorgte dafür, dass die ehemaligen Klassenräume nicht verfielen.





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